
Über Rongshang
Rongshang wurde in Shanghai geboren und schloss im Jahr 2000 ihr Studium an einer Universität in Shanghai im Fachbereich Umweltgestaltung ab. Anschließend war sie viele Jahre in der Markenplanung tätig. Seit ihrem Umzug nach Österreich im Jahr 2018 hat sich für sie eine neue Welt der Malerei eröffnet. Ihre künstlerische Arbeit ist vielseitig, denn sie ist überzeugt, dass jedes Medium seine eigene Sprache und Ausdruckskraft besitzt. Je nach Stimmung wählt sie unterschiedliche Materialien, um ihre inneren Empfindungen sichtbar zu machen. Sie liebt das Leben und hat sich tief in die Berge und die vier Jahreszeiten ihrer neuen Heimat Vorarlberg verliebt. Kunst ist für sie kein abgegrenzter Bereich, sondern ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags.
In ihren Werken geht es oft um Ruhe und flüchtige Momente – manchmal um eine leise Schönheit, manchmal auch um eine sanfte Melancholie. „Manchmal empfinde ich Traurigkeit über Vergängliches – über verstorbene Menschen, verwelkende Blumen oder das Älterwerden. Doch gerade das lässt mich die Schönheit des gegenwärtigen Moments umso mehr schätzen.“

Heutzutage entscheiden sich immer mehr Menschen trotz wirtschaftlicher Krisen allerorts, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Dabei verlieren sie durch ihr Streben nach Perfektion aber viel von ihrer Ausdruckskraft und damit auch einen Teil ihrer Individualität. Hinzu kommt, dass manche jungen Menschen kein besonderes Interesse mehr zu haben scheinen, ihre Begeisterung für Mensch und Natur nimmt ab.
Früher verbarg man seine Emotionen nicht, egal ob es um Freude, Traurigkeit, Aufregung oder Schmerz ging. Diese echten Emotionen zeigen sich in einer Vielfalt von Ausdrucksformen, was jeden Menschen attraktiv und einzigartig macht. In unserem digitalen Zeitalter wird jedoch die sogenannte ,,face to face” Kommunikation seltener. Allmählich verlieren wir auch die Fähigkeit und das Bedürfnis, unsere Emotionen auszudrücken. Dementsprechend fällt es uns schwerer, die Gefühle anderer zu verstehen. Ausdruckslosigkeit scheint zum Trend zu werden. Die Gesichter der Menschen verwandeln sich langsam in eine schöne, aber leere Maske. Für mich stellt sich die Frage, ob dies ein Zeichen für eine temporäre gesellschaftliche Entwicklung oder sogar für eine Fehlentwicklung ist.